Racing

Nachdem in dieser Rubrik sehr lange nichts passiert, hier einige Updates

Die T160 OIF, die eigentlich keine T160 ist sondern einen BSA Rocket 3 Motor hat, ist fertig (soweit man bei so einem Projekt überhaupt von fertig reden kann).Die Prüfstandläufe waren vielversprechend, Leistung ist da, mal abwarten wie sich das Ding fährt. Der erste Einsatz war auf der GP Strecke des Nürburgringes.

10.06.2018 Nürburgring

Die ganze Veranstaltung spielte sich nur am Sonntag, den 10.06 ab.
Morgens um 8.00 der erste Trainingslauf, sind die noch ganz dicht ?
In der Nacht von Samstag auf Sonntag hat es geschüttet was vom Himmel runter kam und ich war froh das ich nicht alles ausladen musste und bei Armin im Wohnwagen schlafen konnte.

Fängt ja gut an. Neues Moped und keine Ahnung wie es sich fährt, neue Reifenmarke, eine Strecke die ich nicht kenne und obendrein noch 4 Jahre Rennstreckenabstinenz, also nur die besten Voraussetzungen. Aber was soll ich mir wegen Rundenzeiten Gedanken machen ? Die Veranstaltung ist eigentlich eine reine Probefahrt, wo soll man sonst ein Rennmoped ausprobieren ? Sonntag schon sehr früh wach gewesen und im Fahrerlager rumgelaufen. Der Regen hatte in der Nacht aufgehört, die Strecke war schon am Abtrocknen und zwischen den Wolken kam auch ein bisschen Sonne raus.

Mit der Strecke kam ich relativ schnell zurecht und ab der 3. Runde wurde ich schon mutiger. Das Fahrwerk ist der Knaller. Spurstabil, sehr handlich, prima. An den Motor muss ich mich erst noch gewöhnen. Untenrum ist nicht viel los, aber irgendwann dreht das Ding hoch wie ein Zweitakter was mich eigentlich nicht wundert. Die Kurbelwelle hat ja fast 5 Kg an Gewicht verloren.
Nach dem ersten Trainingslauf musste ich das Steuerkopflager etwas nachstellen und ich hatte innen auf der Verkleidungsscheibe überall Ölspritzer. Das Öl kam von der Entlüftung des Öltanks, das funktioniert anscheinend noch nicht so wie ich das gerne hätte weil ich Fliehkräfte in Verbindung mit heißem Öl unterschätzt hatte.

Die Entlüftung wurde mit „Bordmitteln“ (wie der U-Bootfahrer zu sagen pflegt) geändert und die Veranstaltung ging weiter. Nach dem 2. Trainingslauf habe ich mir mal die Reifen näher angesehen. Der Hinterradreifen war bis ans Ende des Profils genutzt und dabei hatte ich nicht den Eindruck solche Schräglagen gefahren zu sein. Das Fahrwerk war sofort mein Freund, da besteht anscheinend kein Handlungsbedarf. Die provisorisch geänderte Öltankentlüftung hat auch funktioniert. Das musste ich zu Hause dann noch etwas „schöner machen“.

Alles in allem eine gelungene „Probefahrt“ wobei ich mich über mehr Querschläger nicht gewundert hätte, wir reden hier von einem Prototyp. Der Rest liegt am Fahrer.

Schleizer Dreieck, 06.- 08.07 2018

 

Hier war ich auch noch nie. Viele schwärmen von der Strecke, mal sehen was geht. Das Problem mit der Entlüftung wurde erledigt, jetzt wird unter verschärften Bedingungen getestet.
Die Strecke ist ein Straßenkurs und wirklich nichts für Anfänger. Wer hier schnell sein will braucht dazu länger als ein Wochenende. Auch hier galt wieder: Die Rundenzeit steht nicht im Vordergrund.
Nachdem mir im ersten Lauf alles um die Ohren gefahren ist sollte es im zweiten Lauf besser werden.

Ich hatte mich an Klaus auf der Rob North Trident dran gehängt und es wurde besser. Nachdem ich mir einen Streckenabschnitt ausgesucht hatte an dem ich problemlos an ihm vorbei gekommen wäre wurde der Lauf wegen einem schweren Sturz abgebrochen. Wieder im Fahrerlager das übliche Prozedere: Öltemperatur notiert, Check am Fahrzeug, eine Schraube am Höcker verloren. Alles gut.

Das Vertrauen in das Motorrad wird größer. Sonntags bei dem Wertungslauf wurde schon etwas mehr am Kabel gezogen. Die alten Knochen waren schon etwas gelenkiger, das Fahrverhalten ist tadellos, hier ist auf jeden Fall Luft nach oben.

Hockenheim, 07.-09.09.2018

 

Das letzte Mal als ich in Hockenheim war hatte ich schon sehr früh eine „Bodenprobe“ genommen, und das ist ca. 15 Jahre her, also auch wieder Neuland. Bei dem sintflutartigen Regen in der ersten Nacht stand das Wasser stellenweise ca. 20 cm hoch im Fahrerlager bzw. an meinem Moped bis zur Unterkante der vorderen Bremsscheiben. Ab Freitag schien dann aber richtig die Sonne und die Temperatur war mehr als gut.

Erst mal testen ob das Moped noch anspringt und kein Wasser in die Vergaser gekommen ist. Hier kam zum ersten Mal eine neue Startmaschine zum Einsatz, die Alte hat’s einfach nicht geschafft.
Auf die Rolle, 3 Umdrehungen am Hinterrad, läuft. Das erste Training ist noch am Vormittag, erst mal Frühstück. Als ich dann den Motor warmlaufen lassen will springt das Ding nicht an. Das sind die Momente in denen ich explodieren könnte. Vor 3 Std. lief sie einwandfrei und jetzt geht nichts. Der Zündungsrotor hatte sich auf der Nockenwelle gelockert, wie bzw. warum ist mir ein Rätsel.

Egal, es ist nichts kaputt, kriegen wir hin, aber der erste Trainingslauf findet ohne mich statt. Der zweite Lauf war wieder zum Üben wegen der Strecke, auf Anhieb schnell zu sein war definitiv nicht drin. Bei dem Wertungslauf hatte ich mich während des ganzen Laufes andauernd mit Klaus auf der Rob North rumgebalgt. Die erste Frage im Fahrerlager kam von Armin. Habt Ihr Fangen gespielt ? Dora, die Frau von Klaus sagte nur „ich habe gehofft dass ihr wisst was ihr tut“. Egal, das Gebalge hatte richtig Spaß gemacht und plötzlich waren alle Rundenzeiten sowie andere Teilnehmer eigentlich uninteressant.

Alles in allem ein gelungenes Wochenende, keine Schäden an Fahrern oder Materialien, so kann’s weiter gehen. Als nächstes steht Oschersleben auf dem Tourneeplan und da freue ich mich richtig drauf. Die Strecke kenne ich auswendig und da könnte man ja mal an den Rundenzeiten feilen.

Oschersleben, 01.-02.10.2018

ist leider ausgefallen. Das Startgeld war bereits bezahlt, das Moped war startklar aber verschobene Lendenwirbel, das taugt nix. Als ich dann noch den Wetterbericht gesehen hatte war es etwas leichter zu verschmerzen. Schade drum.

Fazit:
Rückblickend bin ich doch sehr zufrieden. Ich habe ein Motorrad aufgebaut bei dem vieles „aus dem Bauch heraus“ entschieden wurde und was sich als funktionell und haltbar erwiesen hat.
Die Schäden waren überschaubar, verlorene Schrauben, ein gebrochener Sitzbankhalter, alles nichts dramatisches. Bei der Öltankentlüftung habe ich was über Fliehkräfte gelernt.

Wenn mehr technische Querschläger aufgetaucht wären hätte es mich nicht unbedingt gewundert weil ich bei diesem Projekt bzw. bei dieser Konstellation keinerlei Erfahrungswerte hatte. Diverse Männer von der Insel sagten „well done“ zu diesem Aufbau. Eine derart überschwängliche Belobigung aus dem englischen Munde ist schon fast ein Ritterschlag. Es wird weiterhin immer noch Möglichkeiten zum Optimieren geben, die Übersetzung ist eines der nächsten Themen, mit den Vergasern bin ich auch nicht 100% zufrieden. Wir werden sehen.

Die 4 Jahre Rennstreckenabstinenz sind immer noch zu spüren, außerdem bin ich komischerweise in dieser Zeit auch 4 Jahre älter geworden. Verstehen tue ich das nicht. Wie bereits gesagt, der Rest liegt am Fahrer.

 

Oschersleben 2011 – 4. Platz auf dem „Festival Italia“ mit der X30

Impressionen

Oschersleben 2009 Teil 1:

weitere Teile: Fortsetzung

Oschersleben 2008:

2009 Rennmechaniker in Spa

 

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