Triumph T160 im OIF Rahmen

Eines der Projekte die mich schon länger beschäftigen –  ein Triumph T160 im OIF-Rahmen. Da der Ölrohrrahmen der Twins um einiges leichter ist als der Dreizylinderrahmen und trotzdem ausreichend fahrstabil ist, müsste doch was gehen.

T160OIF01Also erstmal einen Rahmen nehmen und das Motorgehäuse einpassen. Wichtig sind vor allem die untere sowie die hintere Aufnahme.

T160OIF02Man muss es halt passend machen

T160OIF03

Soweit, so gut. Spätestens hier ist zu erkennen das der T150 Motor nicht geeignet ist weil zuwenig Platz für die Vergaser da ist

T160OIF04Kastenschwinge mit Exzenter

T160OIF05Nochmal die Exzenter. Fluchtende Räder dürften damit gewährleistet sein

T160OIF06Die Schwinge von oben

T160OIF07Die originale Aufnahme der Steuerkopflager hatte eine Ovalität von bis zu 5/10 mm. Adapter angefertigt und Kegelrollenlager spielfrei eingepasst. Die Gabel ist von Marzocchi

T160OIF08Hier werden viele wieder schreien, aber die Räder sind um einige Kilo leichter als Speichenräder

T160OIF09Da das T150 Gehäuse nicht geht wird ein T160 Gehäuse genommen.

T160OIF10Die Krümmer hätten genug Platz….

T160OIF11… und das Megaphon scheint auch einigermaßen zu passen

T160OIF12Zwischendurch kann man ja schon mal mit dem Motor anfangen. Hier wird der berühmte  4. Ölkanal in die Kurbelwelle gebohrt.

T160OIF13Anschließend wird die Kurbelwelle noch „etwas erleichtert“ ….

T160OIF14.. dann gerichtet, gehärtet und gewuchtet.

T160OIF15Grande Problema. Ich hatte Probleme mit dem Gehäuse erwartet weil es von verschiedenen Motoren stammt. Normalerweise soll der Lagerdeckel auch links komplett aufliegen.

T160OIF16Nach intensiver Bearbeitung wurde auf einer 3D Messmaschine vermessen und die Toleranzen waren im „grünen Bereich“

T160OIF17Was nicht passt wird passend gemacht

T160OIF18Geht doch.

T160OIF19Der fertige Kopf. Umgebaut auf zentrale 10 mm Zündkerzen, Ventilfederteller aus Titan und einigen anderen „Specials“.

T160OIF20Mit den Einlaßkanälen geht was…

T160OIF21Motortuning heißt nicht nur andere Nockenwellen und dicke Vergaser. Es fängt bei Gewichtsreduzierung an. Rechts die originale Kontermutter der Ventileinstellschrauben, links meine Lösung.

T160OIF22Machen wir mal an der vorderen Bremse weiter. Alles was es zu kaufen gibt passt entweder nicht oder es gefällt mir nicht. Nachdem ich passende Scheiben für vorne gefunden hatte wurden Adapter angefertigt. Also erst mal ein Stück hochfestes Aluminium besorgen und dann ab an die Drehbank.

T160OIF23Rohzustand. Ist noch ein bisschen zu schwer

T160OIF24Die Seitenansicht

T160OIF25Nicht schlecht für den Anfang

T160OIF26Zum Fahrwerk habe ich auch diverse Ideen. Es soll klar in Richtung Handlichkeit gehen für schnelle Schräglagenwechsel usw. Auch vor  einer Änderung des Steuerkopfwinkels werde ich nicht zurück schrecken, doch dazu brauchen wir erst mal die aktuell Fahrwerksdaten.

T160OIF27Wichtige Parameter sind unter anderem:
Verdrehung Steuerkopf zur Schwingenachse, Radversatz, Negativfederwege……….

T160OIF28… sowie Steuerkopfwinkel, Nachlauf und Radstand

Nachdem der Rahmen vermessen war und die neuen Fahrwerksdaten berechnet waren wurde erstmal gerichtet.
Der Steuerkopf hatte ein Verdrehung von 0,7° zur Schwingenachse. Hört sich ja nach wenig an, macht aber unten an der Gabel 11 mm aus. Anschließend wurde noch der Sitz des Steuerkopflagers nachgearbeitet weil es oval war.

Alles wieder auf die Räder gestellt und dann am Kopf gekratzt warum der Motor so seltsam im Rahmen sitzt. Ursache war nicht fluchtende Bohrung des unteren Haltebolzens

Eine exzentrische Buchse angefertigt und eingelötet

Buchse IIBuchse II

Hintere Motorhalteplatten angefertigtHintere Motor-Halteplatten angefertigt

Hintere Motorhalteplatten eingebautund eingebaut

Die Schablone für die Halterung am ZylinderkopfDie Schablone für die Halterung am Zylinderkopf

In der Zwischenzeit waren auch die neu berechneten Gabelbrücken fertigIn der Zwischenzeit waren auch die neu berechneten Gabelbrücken fertig

Was mich von Anfang an gestört hatte war das ekelhaft breite RahmenheckWas mich von Anfang an gestört hatte war das ekelhaft breite Rahmenheck.

Das Heck abgesägt...Das Heck abgesägt…

...und mit ein bißchen Temperatur die Rohre mal in die gewünschte Richtung gebogen…und mit ein bißchen Temperatur die Rohre mal in die gewünschte Richtung gebogen.

Hinten noch Gewindebuchsen eingelötetHinten noch Gewindebuchsen eingelötet.

Über 40 mm schmaler, die Richtung stimmt

Über 40 mm schmaler, die Richtung stimmt

Schmaler Höcker und ein kleiner Tank, so will ich das habenSchmaler Höcker und ein kleiner Tank, so will ich das haben.

Die ersten Ideen für die FußrastenDie ersten Ideen für die Fußrasten.

Nachdem das Projekt einfach zu lange in der Ecke gestanden hatte habe ich wieder die Muße hier weiter zu machen. Als erstes wurde mal der Rahmen und die Schwinge getrahlt & grundiert.

Stimmt, Vergaser werden ja auch gebraucht. Also den Kasten mit den Keihin’s rausgeholt und aus der 4 Vergaser Batterie eine für den Dreizylinder gestrickt.

Erst mal die Abstände festlegen…

Die Abstände passen, jetzt noch die Betätigungswelle ändern. Die Schrauben, mit denen die Hebel der Gasschieber befestigt sind haben ein M 4,5 Gewinde.

Das sieht doch schon mal gar nicht schlecht aus…

Die Pappschablone für den Kopfhalter hat sich mittlerweile auch in Alu verwandelt.

Die Fußrastenposition an der originalen Haltern des OIF Rahmens war zu weit hinten, also Halter abgeschnitten, neue Buchsen gedreht und angeschweisst.

Müsste halten.

Die obligatorische Pappschablone…

Schon mal nicht schlecht, den Auspuff kann man hier auch noch befestigen.

aber der Schalthebel schlägt am Getriebedeckel an 🙁

Drehen wir mal eine Abstandsbuchse…

…so kann man das lassen.

Die andere Seite könnte in etwa so aussehen.

Da könnte doch der Bremszylinder auch noch reinpassen.

Schön klein und 84 Gramm leicht. Da kommen wir in’s Geschäft.

Sag ich doch dass der noch reinpasst !

Müsste so funktionieren. Jetzt fehlt noch eine Druckstange.

Da lag noch eine verbogene Stösselstange rum. Die Kugelpfanne abgeschnitten, ein bißchen abgedreht, auf der anderen Seite ein Gewinde draufgeschnitten. Hier wird gerade eine Stahlkugel eingepresst.

Sieht doch gar nicht schlecht aus.

Sauberes Bild, dafür muß ich mich nicht schämen.

Eine Verkleidung sollte ja auch noch dran. Erst mal einen Halter am Steuerkopf angeschweißt…

…und 2 lange Aluplatten drangeschraubt. Absägen kann ich ja immer noch was.

Noch ein paar Löcher in den Halter gebohrt, der Feind Nr. 1 heißt Gewicht.

Was man mit einer Drehbank alles machen kann…

Könnte so funktionieren.

Die Position stimmt, aber die Form der Verkleidung stört mich erheblich.

Zwischendurch ist der Ölkühler mal in’s Rahmenheck gewandert.

Nach etwas Anpassungsarbeit konnte dann auch die Verkleidungsscheibe montiert werden.

Da ist eine Linie drin, aber die Verkleidung ist im Kniebereich zu lang und die Form stört mich auch.

Hier was abschneiden, da eine Rundung ändern. So gefällt mir das wesentlich besser.

Der Halter geht der finalen Form entgegen. Drehzahlmesser ist dran und die Zündbox hat auch ihren Platz gefunden.

Noch ein paar seitliche Halter bauen …

… und noch einen für den Bremsflüssigkeitsbehälter.

Nachdem so ziemlich alles zusammen war wurde alles wieder zerlegt und zum Lackierer meines Vertrauens gebracht. Als Farbe wurde Bombay Orange ausgesucht in Verbindung mit hellem, freundlichem Schwarz. Der Rahmen wurde über’s Wochenende fertig, alles bauen wir mal wieder alles zusammen.

An ein hinteres Schutzblech hatte ich natürlich nicht gedacht, ist ja alles unnötiges Gewicht. Mein Freund Klaus (der in Insiderkreisen GFK-Klaus genannt wird) hat sich erbarmt und mir eines gemacht.

Hier und da noch ein paar Löcher reinbohren ….

Sieht doch gleich viel freundlicher aus wenn da ein bisschen Farbe drauf ist.

Hinten eine kleine Bremsscheibe.

Vorne durften die Bremsscheiben etwas größer ausfallen.

Da ich gerne den Öldruck im Blick habe wurde noch ein Halter für einen Manometer gebaut.

Anprobe

Passt. Jetzt noch einen Schluck Farbe drauf.

Es geht vorwärts, die Proportionen stimmen.

An der Auspuffanlage musste ich auch noch ein bisschen rumbiegen, aber dann ….

… hat alles richtig schön gepasst.

Alles dran, soweit fertig. Der Motor ist auch schon gelaufen, alles gut.

Sieht richtig schön leicht aus, auf das Gewicht war ich natürlich mehr als gespannt. Ich hatte als Ziel fahrfertig (mit Sprit und Öl) 160 Kg vor dem geistigen Auge, mit 165 Kg hätte ich mich auch noch zufrieden gegeben. Nach dem Wiegen kamen unglaubliche 154 Kg raus die sich aber nach einem erneuten Wiegen auf einer anderen Waage auf 160 Kg relativiert haben. Die Wahrheit wird wohl irgendwo dazwischen liegen, wir werden sehen.

Die Gabel ist definitiv zu weich, das nächste auf der „to do“ Liste ist die Fahrwerksabstimmung. Davon haben andere Leute mehr Ahnung als ich.

Die Gabel hat diverse Innereien von Öhlins bekommen und fühlte sich beim Draufdrücken im ausgebauten Zustand schon sehr gut an. Gabel rein und ab auf den Prüfstand. Nach einigem experimentieren kamen dann auf dem Hinterrad 85 PS raus.

Der erste Einsatz auf dem Nürburgring.  Nach 4 Jahren Rennstreckenabstinenz, einem neuen Moped und einer Strecke, auf der ich noch nicht war hatte ich diesem Event mit einem gewissen Respekt entgegengesehen. Das Fahrwerk ist der absolute Knaller. Leicht und ohne Kraftaufwand zu fahren, spur-stabil, man kann unglaublich spät bremsen, ein voller Erfolg.

An den Motor muss ich mich erst noch gewöhnen. Da die Kurbelwelle sehr viel Gewicht verloren hat, fehlt natürlich im unteren Bereich das Drehmoment. Obenraus dreht der Motor unglaublich schnell hoch. Bei dieser Veranstaltung zeigte sich dann auch die Öltankentlüftung als nicht praxisgerecht, aber gut, mit solchen Querschlägern muss man leben, wenn man so ein Projekt angeht.

Alles in allem ein gelungener erster Einsatz, jetzt kommt der Feinschliff.

An dieser Stelle möchte ich mich auch bei jedem bedanken der mich, egal welcher Form, unterstützt hat dieses Projekt auf die Räder zu stellen !

12 Kommentare zu “Triumph T160 im OIF Rahmen”

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  1. Hallo Ago,

    tolle Maschine, da steckt viel Arbeit und noch mehr Liebe drin 🙂 Viel Spaß und Erfolg auf der Rennstrecke!

    Viele Grüße
    Oli

  2. Hallo Ago,

    traumhaftes Motorrad, da steckt viel Arbeit und noch mehr Liebe drin 🙂 Ich drücke Dir die Daumen für den Renneinsatz!

    Viele Grüße
    Oli

  3. I found your page quite by chance while looking for a big bore kit for the T150V. I am stunned by the design quality and engineering genius of your work on the BSA R3 project. In particular the swing-arm and engine mounting solutions. The crankshaft alone is a work of art.

    I only wish I spoke German in order to compliment you properly. You are a rare craftsman Sir. I have worked in aviation maintenance for 30 years. I recognize precision when I see it.

    No doubt you are a modest man but I say bravo…truly impressive work.

    • Hi Eric,
      thanks for your praise. If you like precision we are probably speaking the same language.
      What can I do for you ?
      Are you still looking for a big bore kit ?

      Ago

    • Servus Johann, ja, die Gabel ist von Marzocchi und hat 38er Standrohre und die englischen Bremssättel passen da auch dran. Wenn Du so eine Gabel suchst kann ich leider nicht helfen, da habe ich nix passendes mehr am Lager.

  4. Hallo Ago, was ist denn das für eine Gabel in dem OIF – Dreizylinder Projekt ? Nehme an italienisch, Marzocchi etc.? Welchen Standrohr Durchmesser hat die Gabel?
    Ich suche nämlich sowas möglichst mit mindestens 38 mm Durchmesser und den Bremszangen Aufnahmen für die Lockheed Zangen die dann zu dem Original Scheiben Durchmesser passen soll.

    Danke Johann

  5. Das wird/ist sehr sehr schnieke, Ago. Ich muss mal wieder bei Dir auflaufen und mir das oif-Ding live und in Farbe anschauen. Gutes Gelingen weiterhin!
    Grüße
    Ph.

  6. 1975 Triumph Trident , 1975 Trident T160. The T160 was the last of the tridents with only 7211 built. It is even more rare with the large fuel tank.

  7. Hallo Ago, tolles und phantasievolles Projekt, bin gespannt wie das Bike dann abgeht, Leistung und Fahrverhalten. Wünsche Dir viel Erfolg.
    Gruss
    Andy Frank

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