Triumph 6T

Seit langem wieder mal eine Pre Unit Triumph 6T auf der Bühne. Das Ungewöhnliche an diesem Umbau: Der Rahmen sieht traumhaft original aus, nichts abgeflext, keine zusätzlichen Löcher gebohrt, sehr selten.

Da stimmt was nicht. Das Kurbelgehäuse halbvoll mit Öl, die Kolben triefend nass.

Hier ist keine Batterie verbaut, OK. Ich habe mich trotzdem die ganze Zeit gefragt wo hier Zenerdiode und Gleichrichter sind. Der findige Umbauer hat auch noch eine neue 3 Phasenlima verbaut und dann 2 Phasen auf einen Anschluß geklemmt. Die Profi’s sterben einfach nicht aus.

Es hilft alles nichts, Motor raus und zerlegen.

Den Kurbelwellensimmerring gab’s bei diesem Baujahr noch nicht. Der hier ist einfach an’s Gehäuse geklebt.

Das fehlende Teil hier scheint bei Pre Units schon fast serienmäßig zu sein…..

…. auf der anderen Seite das Gleiche.

Die Buchse über dem Stehbolzen ist die Ölzuführung vom Tank zum Motor. Hier sitzt eigentlich eine sehr dünnwandige Zentrierhülse drin. Wie soll denn hier noch genug Öl durchkommen ?

Loctite auf den Pleuelschrauben und Scheiben unter den Muttern. Kein Kommentar.

Der Klassiker. Dichtmasse auf der Ölpumpendichtung.

Der geschliffene Zylinder steht auf der Werkbank und vieles ist schon einbaufertig vorbereitet. Hier die zerlegte und gereinigte Kurbelwelle.

Kurbelwelle ausgerichtet und montiert, neue Pleuel.

Nockenwellen, Kolben und Kurbelwellenlager. Bei Pre unit Motoren sitzt auf der Auslassnocke der Motorentlüfter. Der war hier nicht vorhanden.

Bei diesem Baujahr hatte die Motoren noch keinen Simmerring auf der Kurbelwelle zum Primärkasten hin. Hier war bereits einer montiert und ich hatte mich gefragt wie der Halter befestigt ist. Jetzt weiß ich wie: Mit Uhu Plus oder was auch immer einfach an’s Gehäuse geklebt.

Erst mal eine Zentrierung drehen damit der Halter wieder ausgerichtet werden kann.

Ein paar Löcher bohren, Gewinde in’s Gehäuse schneiden …

… und der Halter ist wirklich fest.

Auf der Innenseite die Schrauben noch kürzen damit sie nicht am Kurbelwellenlager schleifen.

Endlich, die Welle ist drin.

Gehäuse zusammen, alle Wellen drehen sich schön leicht, Zylinder drauf.

Feierabend 🙂

Ich weiß, der Motor hängt ziemlich schief im Rahmen, aber hier ist ein 21“ Vorderrad verbaut.

Rockerboxen montiert, die Ölleitungen erst mal gerade gebogen…

Der innere Primärdeckel, aus dem vollen gefräst. Schöne Arbeit.

Der Primärtrieb mit Zahnriemen. Ich bin mit dieser Lösung nicht zufrieden, aber der Kunde wollte es so.

Die obligatorische Gradscheibe beim Einstellen von Magnetzündungen.

Öl ist drin, noch ein paar Kleinigkeiten erledigt und der Motor ist auf den 2. Tritt gelaufen. So gefällt mir das. Das Motorrad ist fertig, auf zur nächsten Baustelle.

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2 Kommentare zu “Triumph 6T”

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  1. Hallo Peter,
    das Bj. ist „53, und das fehlende Teil am Motorgehäuse ist ein Stück das weggebrochen ist. Normalerweise ist der Kreis geschlossen und an dieser Stelle ist eine Schraube die gerne übersehen wird. Mit Kraft kann man alles zerlegen.
    Mit dem Material im Ölkreislauf hast Du recht.

  2. Hallo Ago,

    welches Baujahr ist das Motorrad (Das Heck sieht man so wirklich selten) und welches Teil fehlt da ? Beim Loctite ist das Problem, das von dem ausgehärteten Material etwas in den Ölkreislauf kommt – richtig?

    Grüße,
    Peter

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